Afrika – Weit mehr als Du denkst! Ausstellungseröffnung und Podiusmdiskussion im MIGRApolis-Haus der Vielfalt

27. März 2015 | Kategorie: Artikel

Bericht zur Ausstellungseröffnung von Theresa Werhan

Am 25.März fand im MIGRApolis-Haus der Vielfalt die Ausstellungseröffnung „Afrika – Weit mehr als du denkst! Einblicke in einen vielfältigen Kontinent“ statt.

Ca. 60 Personen lauschten der Podiumsdisskussion und ließen den Abend anschließend bei Sekt und afrikanischem Buffet gemütlich ausklingen.

Zu Beginn sprachen Peter Croll (DAZ Gründungsmitglied), der die Gesamtmoderation des Abends übernahm und Césaire Beyel (Vorstandsvorsitzende des DAZ), der die große Anzahl an Besuchern begrüßte. Césaire Beyel betonte hierbei, dass Vorurteile an sich nichts Schlimmes seien, solange man sich dieser bewusst sei und sein Handeln nicht nach ihnen ausrichte.

Anschließend fand eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Fabian Pianka statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Podium waren Eli Abeke, Diplom-Architekt und Integrationspolitiker, die Afrika-Expertin France Greber, Raoul Jochum, Mit-Initiator von „JournAfrica“, Der Sozialwissenschaftler Dr. Médard Kabanda und die Unternehmerin und interkulturelle Trainerin Anne-Gisèle Nimbona.

Afrikanische Stereotype sowie die mediale Repräsentation Afrikas und Bildung in Afrika waren die Hauptthemen der Diskussion.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass es in Bezug auf die mediale Repräsentation Afrikas an Sensibilität fehle. So würden fast ausschließlich negative Dinge über den Kontinent berichtet. Die Berichterstatter seien zudem zwar Experten, hätten jedoch wenig persönlichen Kontakt zu Afrikanern. Aus diesem Grund sei es wichtig, Afrikaner selbst zu Wort kommen zu lassen.

Genau dies hat sich die Initiative „Afrika anders denken“ von Raoul Jochum zum Ziel gemacht. Sie will andere Bilder von Afrika in Deutschland übermitteln, die die Vielfalt des Kontinents berücksichtigen und neue Perspektiven ermöglichen. In diesem Rahmen wurde ein Netzwerk erstellt, welches afrikanische Journalisten ausfindig machen soll. Die Berichte der Journalisten sollen anschließend direkt ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht werden.

Auch France Greber führte Beispiele für Projekte an, die der Entstehung von Stereotypen entgegenwirken sollen. So zum Beispiel das Projekt der Deutschen Welle „learning by ear“, bei dem Experten der Deutschen Welle mit afrikanischen Jugendlichen in Kontakt treten und über diese berichten.

Auf die Frage wie gelebte Vielfalt in Deutschland konkret aussehen solle  und was man dazu beitragen könne, antwortete Eli Abeke, dass die afrikanische Präsenz hierzulande zu wenig wahrgenommen und respektiert würde.  Die Behörden und andere Verantwortliche müssten reagieren und beispielsweise an Schulen ansetzen um die afrikanische Präsenz stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft zu bringen.

Als nächstes wurde das Thema Bildung angesprochen. Dr. Médard Kabanda räumte ein, dass die Bildung, bzw. Ausbildung junger Leute von zentraler Bedeutung für die Entwicklung Afrikas sei. Nur durch Bildung könne sich eine Mittelschicht aufbauen und verhindert werden, dass junge Leute in rebellische Strömungen abdriften.

Besonders der korrupten Mentalität der afrikanischen Eliten müsse man entgegenwirken, so Eli Abeke. Dies könne ebenfalls nur durch Bildung erreicht werden. Ein ernsthafterer Umgang mit Berichterstattung von afrikanischer Seite könne auch dazu führen, dass in Deutschland realitätsgetreuer über den Kontinent berichtet wird, erläuterte Herr Abeke.

Anne-Gisèle Nimbona berichtete aus ihren Erfahrungen als interkulturelle Trainerin und betonte, dass es wichtig sei, nicht zu verallgemeinern.  Man müsse die Werte des Anderen akzeptieren und Respekt für sein Gegenüber aufbringen.  Wichtig sei jedoch auch, sich nicht nur auf die Unterschiede zu konzentrieren, sondern vielmehr auf die Gemeinsamkeiten.

Schließlich fasste Fabian Pianka nochmals zusammen, dass gegenseitiger Respekt und das Begegnen auf Augenhöhe für ein gutes Miteinander und gelungene Deutsch-Afrikanische Kommunikation notwendig seien.

Der Abend entsprach ganz dem Anliegen der Veranstalter. Die Diskussion war vielseitig- so wie die Ausstellung und letztlich auch der große Kontinent Afrika.

 

 

 

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