“Ein Baum, der starke Äste bekommen hat” BIM e.V. feierte sein 20jähriges Bestehen

18. Juni 2015 | Kategorie: Leitartikel

Ein Bericht von Bartosz Bzowski

Das MIGRApolis-Haus der Vielfalt war sehr gut gefüllt, als am 15. Juni 2015 der offizielle Festakt zum 20jährigen Bestehen des Bonner Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM e.V.) stattfand. Am 17. Februar 1995 wurde der Verein, hervorgegangen aus der Arbeit der Evangelischen Kirche, von einer Gruppe von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen gegründet.

Bereits ab 14 Uhr bestand für die Besucher die Möglichkeit, sich im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ über die Vereinsarbeit zu informieren. Um 17.30 Uhr begann dann der offizielle Teil.

Der Vorstandsvorsitzende von BIM e.V., Hıdır Çelik, verglich die Idee des Vereins mit einem Apfelbaum. Wie ein solcher trägt auch das BIM e.V. viele Früchte, nämlich Projekte und Ideen, die im Laufe der Zeit realisiert worden sind. Als wichtigste nannte der Vorsitzende das MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Domizil des Vereins seit 2011, das zu einer interkulturellen Begegnungsstätte mitten in Bonn wurde, sowie die Bonner Buchmesse Migration, welche in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal im Haus der Geschichte ihre Tore öffnen wird. Er bedankte sich bei den vielen Kooperationspartnern in Bonn sowie bei der Stadt, der Landes- und Bundesregierung wie auch den kirchlichen Einrichtungen und dem Haus der Geschichte für die langjährige Unterstützung und Zusammenarbeit.

Als nächste Rednerin sprach Gabriele Klingmüller, Bürgermeisterin der Stadt Bonn, in Vertretung des terminlich verhinderten Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch. Sie überbrachte die Glückwünsche der Stadt zum Vereinsjubiläum und würdigte den Beitrag des Vereins zur Chancengleichheit und Teilhabe in der Gesellschaft. „Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen“, das sei die besondere Stärke des BIM. Die Internetseite MIGRApolis Deutschland sowie der mehrsprachige Poetryslam „POETRYpolis“ seien Beispiele für Interkulturalität als gelebte Vielfalt. Das MIGRApolis-Haus der Vielfalt habe sich prächtig zu einem „Labor für neue Ideen und Projekte“ entwickelt.

Danach hielt Eckart Wüster, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn, seine Laudatio an den Verein. Bereits zur Gründung des BIM e.V. gab es eine Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen. Von Anfang an habe es sich der Verein als Ziel gesetzt, Menschen zu unterstützen, die in Not zu uns kommen. Als Christ habe man die besondere Verpflichtung, Fremden zu begegnen, denn Begegnung diene dem sozialen Frieden. Interkulturelles Lernen sei nicht immer leicht, aber unendlich wichtig.

Markus Schäfer, der Referent des Landeskirchenamtes, bezeichnete BIM als „einen Baum, der starke Äste bekommen hat und tragfähig ist“ sowie als „Einrichtung, die Früchte gebracht hat“ . Die Kirche könne sich ein Beispiel nehmen, sie solle sich von einer Institution „für andere“ zu einer „mit anderen“ entwickeln und Begegnung nicht nur ermöglichen, sondern auch reflektieren. BIM sei „Ort der Fantasie, der Hoffnung und der Zuversicht“.

Dietmar Schubert, Vorstandsmitglied von BIM e.V., bedankte sich bei den zahlreichen Gästen für ihr Erscheinen. Anschließend hatte jede/r Anwesende die Möglichkeit, in einem Ein-Minuten-Plädoyer seine oder ihre persönlichen Worte an den Verein zu richten; zahlreiche Vereinsmitglieder und Gäste ergriffen das Wort und schilderten ihre innige Beziehung zum BIM. Für die künstlerische Umrahmung sorgten Saico und Freunde mit Musikstücken sowie J. Michael Fischell und Zini mit einer szenischen Lesung zum Themenkomplex „Liebe und Beziehungen“. Im Anschluss an den Festakt konnten die Gäste ein vielfältiges Buffet genießen.

Über den Tag verteilt fanden etwa 150 Besucher den Weg in die Brüdergasse. Es war ein rundum gelungener Abend, der hoffentlich dem Verein noch weitere zusätzliche Unterstützer auf seinem kommenden Weg verleihen konnte.

Impressionen der Feier

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