Fortsetzung garantiert… Eine Lesereise für junge Zuhörer*innen

16. Dezember 2015 | Kategorie: Aktuelles
Bericht von J. Michael Fischell
Die erfolgreiche Lesereise „Durch Geschichten und Märchen die Welt entdecken“ im Rahmen der 10. Bonner Buchmesse Migration vom 19.11. bis 22.11. 2015 hatte das Ziel, schon im jungen Alter zum Abbau von Vorurteilen beizutragen und das Verständnis füreinander und miteinander zu fördern. Das Projekt sollte in erster Linie Kinder und Jugendliche Bonner Schulen ansprechen. Die einzelnen Veranstaltungen fanden sowohl im Haus der Geschichte als auch in den Schulen statt. So viel kann schon jetzt versprochen werden: Wir werden diese erfolgreiche Lesereise für Kinder und Jugendliche an Bonner Schulen im Rahmen der Bonner Buchmesse Migration sicher wieder durchführen und freuen uns schon jetzt auf zukünftige Lesungen. Die Lesereise wurde erfreulicherweise vom Kulturamt der Stadt Bonn gefördert. Die Autorenlesungen und Veranstaltungen waren für die durchführenden Schulen kostenfrei.Der Schriftsteller Michael Tonfeld fand mit seinem interaktiven Erzählprogramm bei den Schüler*innen der Derletalschulen so starken Anklang, dass er noch Stunden nach seine Lesungen geduldig die Fragen der Schüler*innen beantwortete, „was mir viel Freude bereitete“, so der Autor.Für die jungen Zuhörer*innen war es spannend die Geschichte der Reise der Achat-Riesenschnecke „Wa bibio“ von Afrika nach Augsburg zu lauschen; und da „Wa bibio“ natürlich lebendig ist, ließ sie sich sogar streicheln. Die große Kenntnis von Michael Tonfeld kommt nicht von ungefähr, er gilt als inter-national ausgewiesener Afrikaexperte und arbeitete früher als Auslandskorrespondent für Magazine, Rundfunk und Fernsehen, wie z.B. „Ghana today/ London“, „Uhuru“ in Ghana, Deutsche Welle und  BBC. Es wird gewiss nicht sein letzter Lesetermin in Bonn gewesen sein!Alpan Sagsöz ist ein Sohn türkischer Einwanderer. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen  und ist in Bonn als Rechtsanwalt tätig und lebt in Köln. Seit 2007 schreibt er Geschichten vornehmlich mit interkulturellem Hintergrund. In seinen Werken behandelt er soziale Phänomene, die er als Kind miterlebt hatte. So erinnert er sich an die Integrationsprobleme, mit denen sein Bruder als einziges türkisches Kind am örtlichen Gymnasium konfrontiert war.  In der Nicolaus Cusanus Schule und im Haus der Geschichte vor Schüler*innen der Realschule Beuel las er aus seinem Jugendroman Türkei-Rallye. In diesem, übrigens sehr erfolgreichen, Buch erzählt der Autor die Geschichte einer ungewöhnlichen Reise des elfjährigen Kaan in die Türkei.Dort begegnen ihm wie in Deutschland Vorurteile und Fremdheitsgefühle und nach seiner Rückkehr verändert sich alles. Die rege Diskussion mit den Schüler*innen bewies einmal mehr, wie gut Alpan Sagsöz es versteht, dass Interesse und die Neugier der jungen Zuhörer*innen für interkulturelle Themen zu wecken.

Hıdır Eren Çelik ist Leiter der Evangelischen Migrations-und Flüchtlingsarbeit des Ev. Kirchenkreises Bonn und Vorsitzender des Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V. Er ist Initiator der „Bonner Buchmesse Migration“. Hıdır Çelik schrieb schon als Schüler Gedichte und Prosatexte auf Türkisch. Seit 1990 schreibt und veröffentlicht er auf Deutsch: Lyrik, Satiren, Kurzgeschichten und Sachbücher. Auf der Basis seines philosophischen Märchens für Kinder und Erwachsene „Vasilios, der kleine Fischer“ diskutierte er mit Schüler*innen der Abiturklasse im Bonner Tannenbusch Gymnasium die gegenwärtig so aktuellen Themen Flucht, Flüchtlinge und Frieden. Es ist die Geschichte verschiedener Generationen, in der sich jeder wiederfinden kann, der sich schon einmal die Frage über unser Leben und Dasein auf dieser Erde gestellt hat.

Die Geschichte vom „Tarakshaqum und Löwenzahn“ des Bonner Autors J. Michael Fischell beginnt mit „einem jener Tage, an denen Heute nur Heute ist, das Gestern sich hinter der Sonne versteckt und der nächste Tag weiter entfernt ist als der Mond.“

Eine Geschichte von Trennung und Suche, von Träumen und Nicht-Aufgeben. Lebendig vorgetragen wurde sie in der Montessouri-Grundschule Dottendorf und im Kindegarten und der OGS Hardtberg von der Schauspielerin und Theaterpädagogin Zini (Zeynep Hamaekers), die es versteht mit ihrer abwechslungsreicher Sprache alle Figuren in der Geschichte lebendig werden zu lassen und die Kinder in das Geschehen einzubeziehen. Temperamentvoll musikalisch begleitet wurde sie vom Autor.
 

 

J. Michael Fischell und Zeynep Hamaekers; Foto: Jürgen Eis mit freundlicher Unterstützung des baseCamp Bonn

J. Michael Fischell und Zeynep Hamaekers; Foto: Jürgen Eis mit freundlicher Unterstützung des baseCamp Bonn


 

 

 

 

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