Lebhafte Podiumsdiskussion „Fairer Handel in Deutschland und Frankreich“

8. Mai 2015 | Kategorie: Artikel

Eine Veranstaltung vom Bonner Weltladen und dem Institut français Bonn

Bericht von Helene Schüffelchen

 

Die Podiumsdiskussion mit anschließendem Buffet fand am 05.05.2015 im MIGRApolis-Haus der Vielfalt statt. Die Veranstaltung wurde vom Bonner Weltladen in Zusammenarbeit mit dem Institut français Bonn organisiert. Referenten aus Deutschland und Frankreich waren eingeladen worden. Florence Sonntag von der Plateforme du Commerce Equitable und Johannes Lauber vom Weltladen Dachverband stellten jeweils den Fairen Handel in ihrem Land vor. Der Vortrag und die Diskussion waren in deutscher und französischer Sprache. Moderiert wurde der Abend von Iris Degen vom Weltladen Bonn. Zu Beginn hatten beide Vertreter des Fairen Handels aus Deutschland und Frankreich die Gelegenheit in Form einer PowerPoint-Präsentation, die Umsetzung des Fairen Handels in ihrem Land vorzustellen. Ziel der Präsentationen war es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich herauszustellen. Beide Referenten berichteten über die einzelnen Akteure und die geschichtliche Entwicklung des Fairen Handels. Auch der gesetzliche Rahmen und die jeweilige Ausgestaltung von „fairem Handel“ kamen zur Sprache. Die Vorträge offenbarten viele Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Frankreich. So gibt es in beiden Ländern viele verschiedene Akteure. Es gibt mehrere Anbieter und unterschiedliche Ansätze im Bereich des fairen Handels. Daher gibt es auch verschiedene Siegel, die auf fair gehandelte Produkte hinweisen. Sowohl für Deutschland als auch für Frankreich sind ein wachsender Markt und ein steigender Umsatz bei fair gehandelten Produkten nachzuweisen. Ab den 1990er Jahren fand in beiden Ländern eine Professionalisierung und Handelsausweitung statt. In Deutschland ist zudem eine zunehmende Lifestyle-Orientierung festzustellen. Florence Sonntag erklärte, dass 70% der fair gehandelten Produkte gleichzeitig auch das Siegel „bio“ tragen. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Länder ist, dass überwiegend Ehrenamtliche in Weltläden (Verkauf von fair gehandelten Produkten) beschäftigt sind. Auch die Altersstruktur unter den Engagierten ist ähnlich. Der überwiegende Anteil der Engagierten ist über 60 Jahre alt. Dies war unter anderem auch ein Thema bei der anschließenden regen Diskussion, die sich schnell zwischen Publikum und Referenten entwickelte. Neben Verständnisfragen und vertiefenden Fragen aus dem Publikum, wurden auch andere Aspekte angesprochen. Darunter die kritische Berichterstattung in der letzten Zeit. Auch angesprochen wurde die Diskrepanz zwischen dem Denken und Handeln der potenziellen Konsumenten. Die Mehrzahl der Menschen kennt das Konzept des „Fairen Handel“, aber nur wenige konsumieren auch wirklich fair gehandelte Produkte. Es war ein interessanter und informativer Abend, bei dem tiefergehende Aspekte rund um den Fairen Handel aufgegriffen wurden. Für Besucher ohne Vorwissen fehlte leider eine Einführung in das grundlegende Konzept des Fairen Handels.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es für die Besucher die Möglichkeit, deutsche und französische fair gehandelte Produkte sowie faires Finger-Food aus dem frankophonen Raum zu verkosten und mit den Referenten und anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen

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