Forschungsbereich Alevitentum in Deutschland

Forschungsbereich Alevitentum in Deutschland

Die Aleviten sind eine Glaubensgemeinschaft aus Anatolien, Türkei, deren Angehörige seit den 60er Jahren und verstärkt in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts nach Deutschland migriert sind. Ihre Anzahl hierzulande wird unterschiedlich – bisweilen auf bis zu 800.000 Personen geschätzt und sie stellen somit einen erheblichen Teil der Zugewanderten aus der Türkei. Nicht zu verwechseln sind sie mit den syrischen Alawiten, die sich auf andere Traditionen berufen und sich zum islamischen Schiitentum zählen. Die anatolischen Aleviten ordnen sich nicht eindeutig dem Islam zu und gerade in der deutschen Diaspora mehren sich die Stimmen, die das Alevitentum als völlig eigenständigen Glauben verstehen. Innerhalb des Alevitentums selbst wirken sich mutmaßlich wiederum Unterschiede in der regionalen Herkunft und ethnischen Zugehörigkeit (es gibt dort türkische, kurdische und arabische Aleviten) auf Glaubensverständnis und Glaubenspraxis aus.

Ziel des Forschungsbereiches ist es, offensichtlich vorhandene Wissenslücken über Aleviten und Alevitentum insbesondere in Deutschland zu schließen und die gewonnenen Erkenntnisse – entsprechend der intendierten Verzahnung von Wissenschaft und Praxis – einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen bzw. dort zur Diskussion zu stellen. So sollen mit wissenschaftlichen Methoden gewonnene Kenntnisse unter anderem dazu beitragen, das Zusammenleben der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu erleichtern.

Im Januar 2014 wurde die Studie „Dersim-Aleviten in Deutschland – gelebter Glaube oder verlorene Identität?“ herausgegeben und in einer Podiumsdiskussion der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere Projekte zur Erforschung des Alevitentums sind in Planung.

Zu einer genauen Projekt- und Studienbeschreibung gelangen Sie hier.

Verantwortliche für diesen Bereich sind Vorstandsmitglied und Politikwissenschaftler  Dr. Hıdır Çelik sowie Mika Wagner, Sozialwissenschaftlerin. Kontakt: wagner[a]bimev.de