“Nomaden” – Lesung mit Hıdır Eren Çelik im Rahmen der 8. Bonner Woche der Kulturen

9. Dezember 2014 | Kategorie: Artikel

Bericht von Bartosz Bzowski

Am 3. Dezember 2014 las Hıdır Eren Çelik aus seinem Gedichtband “Nomaden” vor. Die Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek Bonn-Tannenbusch fand im Rahmen der 8. Bonner Woche der Kulturen statt.

Der Autor las bereits mehrmals aus “Nomaden” vor, unter anderem bereits 2012 ebenfalls im Rahmen der Bonner Woche der Kulturen. Damals war der Band gerade frisch erschienen. Für Çelik ist Poesie „das Wasser, das meinen Durst stillt“ und „das Wort, das die Liebe verkündet“ “nichts” und “alles” zugleich.

In “Nomaden” geht der Autor auf das traurige Schicksal von Flüchtlingen ebenso ein wie auf politische Verfolgung in vielen Staaten dieser Welt. In den Mittelpunkt der Lesung in Tannenbusch stellte er Gedichte, die sich mit der Situation in seinem Geburtsland Türkei befassen. So seien nach dem Militärputsch von 1980 zahlreiche Oppostionelle verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Noch immer sei die türkische Justiz politisch und willkürlich.

Das Gedicht “Nomaden”, das dem ganzen Band seinen Namen gibt, fasst die Intention des Autors hervorragend zusammen. „Irgendwie sind wir alle Nomaden auf dieser Welt“, steht in der ersten Zeile, und dann wird erklärt, was der Titel meint. „Wandern wie Zugvögel hin und her, mal sind wir dort zu Hause, wo uns die Fremde ist, mal sind wir in der Fremde zu Hause“. Am Ende kehren wir wieder dorthin zurück, „wo wir geboren sind: Zur Erde“. Ja, auf der ganzen Erde sind wir Menschen alle zu Hause! Was für ein schöner Gegensatz zu Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus!

 

Schreibe einen Kommentar