Patchwork – Lesung mit Ellen Banda Aaku im Rahmen der 8. Bonner Woche der Kulturen

4. Dezember 2014 | Kategorie: Artikel

Bericht von Anna Brunner

Foto_Thüsing und Banda Aaku, Foto Thüsing (2)

Klaus Thüsing (l.) und Ellen Banda Aaku (m.), Foto: Klaus Thüsing

Aus ihrem preisgekrönten Buch „Patchwork“ las  Ellen Banda Aaku am 29.11.14 im Rahmen der 8. Bonner Woche der Kulturen. Die Lesung aus dem Deutschen und Übersetzung übernahm Azizè Flittner. Geboren ist Ellen Banda-Aaku 1965 in Großbritannien, aufgewachsen ist sie in Sambia. Arbeitserfahrungen konnte sie bereits in Sambia, Ghana, Südafrika und aktuell in Großbritannien sammeln.

Die Autorin begann ihr Wirken als Schriftstellerin mit Kurzgeschichten und Büchern für Kinder und absolvierte schließlich den Masterstudiengang „Creative Writing“ an der University of Cape Town.

„Patschwork“ ist als Abschlussarbeit dieses Studienganges entstanden. Einfühlsam erzählt die Autorin die Geschichte von Pumpkin, die zunächst bei ihrer alleinerziehenden, alkoholkranken Mutter lebt, bis der Vater sie schließlich zu sich nimmt. Eine innige Beziehung zum Vater entsteht jedoch auch in der für Pumpkin fremden, wohlhabenderen Umgebung nicht. Der Vater ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Frauenheld, Pumpkin wird in der offiziellen Familie somit als „schlechter Samen“ ihres Vaters wahrgenommen. Im zweiten Teil des Buches ist Pumpkin bereits selbst Mutter und verheiratet, ihre Kindheitserfahrungen prägen sie jedoch auch als Erwachsene.

Im Anschluss an die Lesung gab die Autorin weitere Einblicke in die Entstehensgeschichte des Buches, seine Verortung in der sambischen Gesellschaft und vor allem die Probleme, mit denen sich viele afrikanische Buchautoren beim Verlegen ihrer Werke konfrontiert sehen. In Sambia etwa ist das Verlagswesen kaum ausgeprägt, auch der Import von Büchern aus Südafrika ist jedoch äußerst kostenintensiv. Strategien und Methoden zur elektronischen Verbreitung entsprechender Werke erfahren so besondere Aufmerksamkeit auch bei Maßnahmen zur Förderung der Lesekultur. Über das Buch hinaus konnte das Publikum so interessante Einblicke in neue Entwicklungen in diesem Bereich gewinnen.

Veranstalter war das Deutsch Afrikanische Zentrum (DAZ) e.V.

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