Texte wie fließendes Wasser – Buchvorstellung von Marcus Neuert am 23.4.2015

24. April 2015 | Kategorie: Artikel
Marcus Neuert, Buchvorstellung Irrfahrtenbuch

Dr. Hidir Celik (Moderation) links., Marcus Neuert (rechts), Foto: Jürgen Eis

„Irrfahrtenbuch“: Buchvorstellung  von Marcus Neuert

Ein Bericht von Linde Goubert

Am 23.04.2015 lud der Free Pen Verlag in das MIGRApolis-Haus der Vielfalt in der Brüdergasse 16-18 ein. Anlass war die Vorstellung des Buches „Irrfahrtenbuch“, geschrieben von Marcus Neuert. „Irrfahrtenbuch“ ist der vierte Lyrikband des Autors, der für seine Arbeit schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Lyrikpreis postpoetry.nrw 2014.

Neuert gab an, Liebhaber von kurzen, prägnanten Texten zu sein. Das wird im vorliegenden Band sehr deutlich. Die Texte befinden sich an der Grenze zwischen Lyrik und Prosa. Der Autor merkte dazu an, dass er nicht im Voraus bestimmen könne, ob er Lyrik oder Prosa schreibe. Das entscheide jeder Beitrag selbst im Laufe des Schreibprozesses. Hidir Çelik, der die Moderation übernahm, verglich Neuerts Gedichte und kleine Prosastücke poetisch mit fließendem Wasser; Sie verfolgen einen langsamen Rhythmus, irgendwann tritt aber wieder Beschleunigung auf.

Nach Neuert sind die autobiographischen Sprünge in seinem Band sehr groß. Das zeigt der dritte und letzte Teil, „Das Schweigen der Jahre“. Dieser Teil enthält mehrheitlich Beziehungsgedichte. Sie illustrieren, wie ein Weg entsteht. Denn das Leben und unsere Beziehungen verlaufen nicht gradlinig oder berechenbar.

Hidir Çelik gratulierte dem Autor zu seinem sauberen, klar definierten Sätzen, die den Leser mit auf Reisen nehmen. Dem Autor und Moderator ist es gelungen, eine lockere und gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Im Anschluss entstand ein lebhafter Dialog zwischen Neuert und dem Publikum, wobei Erfahrungen beim Schreiben ausgetauscht wurden.

Nach der Buchvorstellung gab es die Möglichkeit, das Buch zu erwerben. Denn, wie Hidir Çelik anmerkte, „ein Gedicht kann nur verinnerlicht werden, wenn man es in Ruhe liest“.

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