“Wie klingt, was du glaubst?” – Ausstellung im Rahmen der 8. Bonner Woche der Kulture

4. Dezember 2014 | Kategorie: Artikel

Kann man mit dem Auge hören und mit den Ohren glauben? Lässt sich Spiritualität bebildern? Lässt sie sich in Töne und Worte fassen?

Ein Bericht von Aanchel Kapoor zur Ausstellungseröffnung am 30.12.2014 im MIGRApolis-Haus der Vielfalt

Ausführlich erläutert Jane Dunker die wohlüberlegte Anordnung und Größe ihrer Fotos. Die freie Künstlerin arbeitet mit Liebe zum Detail. Ihre Bilder sind authentisch. Sie nimmt sich Zeit für die Menschen, die sie fotografiert. Denn die Geschichte jedes Einzelnen sei wertvoll. Und auch der Betrachter soll sich wohlfühlen.

URI – United Religions Initiative, der Veranstalter der Fotoausstellung, fördert die Zusammenarbeit zwischen den Religionen. Für Marianne Horling, die stellvertretend für URI Deutschland e.V. sprach, spiegeln die Bilder von Jane die Sensibilität und Offenheit der Fotografin selbst wieder. Die Fotoausstellung “Wie klingt, was du glaubst?” mit Texten von Bernhard König zeigt eine Vielfalt von Menschen, die vom Klang ihres Glaubens, erzählen. Eine Ausstellung, die auf ungewöhnliche Weise die Pluralität und Wandelbarkeit der Religionen und Glaubensrichtungen in unserer Gesellschaft, sowie im Individuum selbst wiederspiegelt. Vor allem die Verbindung der Glaubensfrage mit der Musik hat viele Neugierige, Gläubige und Nichtgläubige, zur Ausstellung gelockt. Kunst und Glaube seien elementare Bestandteile des kulturellen Daseins, findet eine Besucherin der Ausstellung.

Coletta Manemann, Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn, wünscht sich, dass man Religion nicht nur politisch und rational betrachtet. Denn Religion bewege etwas in den Menschen und damit schließlich die Menschen selbst.

Mit geschlossenen Augen lauschen die Besucher_innen der musikalischen Darbietung von Saad Thamir. Arabische Musik bereichert durch westliche Elemente. Er gewährt uns Einblick in die intimen Klagelieder der irakischen Frauen, die im Irak selbst nicht nach außen getragen werden. Die Stimmung ist meditativ und melancholisch. Ein bisschen magisch. So verbinden sich Spiritualität und Musik auch in der Ausstellung “Wie klingt, was du glaubst?” auf eine neue sinnliche Weise.

Was Glaube und Spiritualität in jedem von uns bewegt, kann man in der spannenden Ausstellung vom 30. November bis 19. Dezember 2014, sowie im gleichnamigen Katalog sehen, hören und fühlen.

Eindrücke der Besucher_innen

“Man wird eins mit dem Kunstwerk, mit den Menschen auf den Bildern. Ich vergesse, dass dahinter ein Fotograf steckt.”

“Ich bin nicht religiös. Man sagt das so, aber wenn man tiefer reingeht, ist man doch sehr geprägt.”

“Für mich geht es hier um die Verbindung zwischen den verschiedenen Arten des Glaubens und der Kunst, das bereichert. Nicht intellektuell, sondern auf emotionaler Ebene.”

“It touched my heart. Simple, natural. A new lesson in my life”.

“Die Entdeckung meines Glaubens ist meine eigene Recherche, das was ich erlebt habe, nicht meine Erziehung. Am Ende bin ich zu meiner eigenen Lebensphilosophie gekommen.”

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