„Wie klingt, was du glaubst?“- Lesung zur Ausstellung im Rahmen der 8. Bonner Woche der Kulturen

11. Dezember 2014 | Kategorie: Artikel

Ein Bericht von Alexa Krugel

Was verbindet unseren Glauben mit der Musik? Diese persönliche Frage, die kein Mensch gleich beantworten würde, hat das Team um Jane Dunker 100 Menschen gestellt. Die Ausstellung besteht aus diesen Antworten, umgeschrieben von Bernhard König und den Fotos, die Jane Dunker von den Befragten gemacht hat.  Es sind Porträtaufnahmen entstanden, die weder urteilen noch verfälschen. Sie sind authentisch.

Durch die fremden Klänge der Rebab, Ud und Ney wird die Veranstaltung eingeleitet. Es herrscht eine meditative Stimmung im MIGRApolis-Haus der Vielfalt, als Jane Dunker und Marianne Horling beginnen aus dem Buch zur Ausstellung vorzutragen. Intensive Begegnungen von Mensch zu Mensch des interkulturellen Projekts sind für die freie Künstlerin Jane Dunker vor allem eine Bereicherung, jedes dieser Porträts ist ein „Juwel“.

Die Geschichten handeln vom Zurechtfinden in einer fremden Kultur, der Präsenz von Religion, der Bedeutung vom Glauben, der Beeinflussung durch andere Menschen und durchweg von der Begegnung zwischen Glauben und Musik. Zusammen mit der musikalischen Unterlegung durch Stücke verschiedenster Kulturen erreichen einen diese Momentaufnahmen. Saad Thamir ist einer der Künstler. Er untermalt die Lesung mit arabischem Gesang, wie zum Beispiel dem Frauenklagegesang und vervollständigt somit die vorgelesenen Porträts. Außerdem werden Lieder aus dem hebräischen, ein Kölsches Weihnachtslied  und viele weitere Lieder gespielt. Sogar im Kanon singt zum Schluss das ganze Publikum.

Jane Dunker selbst beantwortet die Frage „Wie klingt was du glaubst?“ mit dem weißen Licht. Genau wie dieses, das aus allen Farben besteht, „ist der Glaube ein Ton, der alle Farben enthält“.
Musik und Glaube sind beides sehr persönliche Phänomene und das wird an diesem Abend spürbar. Vor allem die Vielfalt der Geschichten, die trotz riesiger Unterschiede auf eine bestimmte Weise miteinander verbunden sind, geht dem Publikum nahe.

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