“Übung vor der Kamera” – Bericht über den zweitteiligen Workshop zur Wahl des Integrationsrates im MIGRApolis-Haus der Vielfalt

4. April 2014 | Kategorie: Artikel

Was ist der Integrationsrat? Was kann er bewirken? Welche politischen Instrumente kann er nutzen, um Bonn zu einer lebenswerten Stadt für Menschen mit Migrationshintergrund zu machen? Was ist der Unterschied zwischen Kleiner und Großer Anfrage? Einen ausführlichen Bericht des zweiteiligen Workshops können Sie hier lesen.

 

Von Julia Tran und Elena Viedma Link

In einem zweiteiligen Workshop, veranstaltet von der Stabsstelle Integration der Stadt Bonn, konnte sich eine bunt gemischte Gruppe von engagierten Bonner Bürgern mit oder ohne Migrationshintergrund einen Eindurck davon machen, was nach der Wahl des Integrationsrates am 25.05.2014 auf sie als Integrationsratsmitglieder in spe zukommen kann.

Die Kölner SPD-Politikerin Susana dos Santos Herrmann vermittelte mithilfe von Praxisbeispielen und Gruppenarbeiten einen ersten Einblick in den potentiellen Alltag der gewählten VertreterInnen. Manch einer musste amüsiert feststellen, dass die Herausforderung, eine Anfrage oder einen Antrag zu stellen, doch manche Überwindung bürokratischer Vorgaben benötigt. Dies tat jedoch der Überzeugung, sich für die Belange der Bürger mit Migrationshintergrund weiterhin einsetzen zu wollen, keinen Abbruch. Auch wenn der Workshop an zwei Montagabenden stattfand und die Teilnehmenden am nächsten Morgen wieder zur Arbeit gehen mussten, war die Arbeitsatmosphäre insgesamt herzlich und entspannt. Kontakte wurden bei Kaffee und Snacks geknüpft und erste Wahlprogramme auf lockerer Weise diskutiert.

Ein Highlight war sicher der zweite Teil des Workshops, als Reporter von der WDR Lokalzeit mehrere Teilnehmer zu ihrer Person und ihren Zielen befragten und einen Teil der Veranstaltung filmten. Wie die Veranstalter amüsiert anmerkten, war die Präsenz der Kamera und des Mikrofons eine gute Übung für die angehenden Kandidaten, sich als potentielle Ratsmitglieder der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Der Termin für die nächste Bewährungsprobe steht auch schon fest: Am 05.05.2014 stellen sich die Kandidaten der Wählerschaft im Stadthaus vor. Ab dann geht es los in die heiße Wahlkampfphase.


Kurzinformationen zum Bonner Integrationsrat

Der Integrationsrat ist ein Gremium, das sich für die bessere politische Beteiligung und die Förderung von MigrantInnen einsetzt.

Den Integrationsrat gibt es in jeder Stadt, in der mindestens 5.000 ausländische Personen wohnen. In einer Gemeinde reicht die Mindestzahl von 2.000 ausländischen BürgerInnen, wenn die Schaffung eines Integrationsrates von 200 Personen beantragt wird. Wahlberechtigt ist jede Person über 16 Jahre, die keine deutsche oder eine weitere ausländische Staatsangehörigkeit besitzt und seit mindestens 16 Tagen vor der Wahl in Bonn ansässig ist.

Der Bonner Integrationsrat besteht aus 27 Mitgliedern, die gleichzeitig bei der Kommunalwahl gewählt werden. Zu zwei Dritteln (18) setzt er sich aus gewählten Migrantenvertretern und zu einem Drittel (9) aus Ratsmitgliedern zusammen. Gewählt werden kann, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, wer seit drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in Bonn hat und über 18 Jahre alt ist.

Die Aufgaben des Integrationsrates sind zum Beispiel die Förderung der Arbeit von Migrantenselbstorganisationen und die integrationsfreundliche Umsetzung von Gesetzen in den Kommunen.

Weitere Informationen zur Arbeit und zur Wahl des Integrationsrates erhalten Sie hier.


 

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