„Zarathustra – Eine Vision“ Buchvorstellung von Said Ossami am 2.6.2015

12. Juni 2015 | Kategorie: Artikel

Ein Bericht von Birte Libner

Eingeleitet vom Vorsitzenden der Deutsch-Iranischen Gesellschaft Bonn, Herrn Peter Philipp, begann die Vorstellung des Autors Said Ossami, der im Jahre 1959 nach Deutschland kam und mittlerweile mit seiner Frau und zwei Kindern im Rheinland lebt. Nachdem Ossami an der Technischen Hochschule in Aachen studiert und als Dozent gelehrt hat, kehrte auf er Anfrage 1979 in seine Heimat zurück, wo sein Patriotismus zur damaligen Zeit sehr gefragt war. In jener Zeit der Iranischen Revolution, die ihn sehr geprägt hat, machte er sich immer mehr Gedanken über Gott und Religionen und überprüfte sein eigenes Bild darüber. Schließlich kam Ossami zurück nach Deutschland und fing an zu schreiben.

Er kam zu der Erkenntnis, dass die drei Religionsstifter, von denen man ausgeht, dass sie etwas Gutes schaffen wollten, dies nicht erreicht haben. Vielmehr werden die drei monotheistischen Weltreligionen instrumentalisiert. Es entstehen immer weiter neue Ableger, zu denen Sekten gehören, die untereinander konkurrieren. All dies ähnelt einer Marktwirtschaft, einem „Supermarkt der Religionen“ und führte Ossami immer mehr zum Glauben Zarathustras.

Der Autor stellte dar, dass zum Glauben Zarathustras die Überzeugung gehöre, dass die Welt-/Selbsterkenntnis zur Gotteserkenntnis führe, ohne, dass man durch diesen Glauben gleichzeitig an eine Institution oder Organisation gebunden wäre. Dies entspreche der Weisheit des Propheten Zarathustras, der um 1500 vor Christi im Iran gelebt habe. Zarathustra, der zu seiner Zeit, ebenso wie Said Ossami, nach den vielen Religionen und Göttern fragte, verstand über die Jahre, dass Wahrhaftigkeit und Güte die vollkommene Wahrheit des Seins ist. Der Autor beschrieb, dass das Göttliche kein Konstrukt sei, sondern, dass es in einem selbst stecke und daher immer auffind- und anwendbar sei. Ahura-Mazda sei der Schöpfer und der Gott der Welt. Er stehe für Weisheit, Vernunft, Wahrhaftigkeit, Licht, Erleuchtung und ein geordnetes Leben. Außerdem gelte er als die Quelle des Lebens und die höchste Stufe der Seinsentwicklung. So wie Ossami sagt: „Gott ist näher als unsere Halsschlagader“. Dabei erläuterte Ossami, dass das Bedienen am eigenen Verstand und der Vernunft der rechte Weg sei. Die Sonne symbolisiere das Göttliche und ihr Licht, denn die Sonne (Mithra) stehe mit ihrem Licht und ihrer Wärme u.a. für  Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Des Weiteren sei sie das sauberste Element der Erde und ebenso das, was uns Leben auf der Erde schenke. Im Glauben Zarathustras gäbe es keine Gotteshäuser, Opfergaben oder andere religiöse Rituale mit denen es Gott zu bestechen ließe. Versammlungen fänden immer draußen in der Helligkeit oder am Feuer statt. Dabei sei der Gesang eine übliche Form des Vortrages. Im Glauben Zarathustras sei Gott außerdem kein (Lebe-)wesen und er habe auch keinen Vertreter oder Nachfolger. Zarathustras Lehren seien ebenso keine Gesetze. Jeder sei für sich selbst und sein Handeln verantwortlich. Dennoch könne nur durch positives Denken und gute Taten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erlangt werden. Said Ossami erklärte, dass in der Vernunft die Barmherzigkeit und Gnade Gottes läge, die niemals einem einzigen Volk gelte, sondern aller Welt, die er erschaffen habe. Zarathustra sei davon überzeugt gewesen, dass alles auf Ursache und Wirkung beruhe und dementsprechend mit guten Taten Gutes geschehe und mit schlechten Schlechtes. Arbeit sei beispielsweise der beste Gottesdienst. Die Erde und das Leben seien das Paradies. Mit Würde solle daher mit der Umwelt umgegangen werden, sowohl mit der Natur und dem damit verbundenen Umweltschutz als auch mit den Lebewesen im Allgemeinen. Dabei habe sich Zarathustra für die Menschenrechte, die Geschlechtergleichstellung und gegen die Sklaverei eingesetzt. Ebenso haben die Anhänger Zarathustras kein Fleisch gegessen. Wie deutlich wird, steht im Glauben Zarathustras das ethische Handeln im Vordergrund, welches die Menschen zu einer einzigen Gemeinschaft zusammen führen soll.

Dies ist auch der Wunsch des Autors Said Ossami und seinem Buch „Zarathustra- Eine Vision“ mit dem er in diese Richtung arbeiten möchte.

2 Kommentare auf "„Zarathustra – Eine Vision“ Buchvorstellung von Said Ossami am 2.6.2015"

  1. gh rahimi sagt:

    Dear sir
    I would be grateful if you would send me the e-mail address of Dr Ossami.
    Best regards
    rahimi
    9 August 2017

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich habe in T.U. Clausthal mit Herrn Prof. Ossami studiert. Nun nach so viele Jahren habe ich sein Buch gesehen und gelesen. Ich würde gern meine Gratulation persönlich mitteilen und wäre Ihnen sehr Dankbar, wenn Sie mir seine E-Mail Adresse mitteilen würden.

    Mit den Besten Grüßen
    B. Mohadjer

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